Beratung Medizinrecht – Blog aus Kiel

Körperverletzung

Auf die Revision des Angeklagten hat der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs das Urteil des Landgerichts Mönchengladbach gegen den früheren Chefarzt einer Klinik in Wegberg aufgehoben, mit dem dieser wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten mit Bewährung verurteilt worden war.

Nach den Feststellungen des Landgerichts hatte der Angeklagte eine Patientin, bei der er eine Darmoperation kunstgerecht durchführte, vor diesem Eingriff nicht darüber aufgeklärt, dass er zur Behandlung einer nach dieser Operation eventuell auftretenden Wundinfektion auch Zitronensaft verwenden würde. Er war von dessen desinfizierenden Wirkung überzeugt und ließ ihn daher unter nicht sterilen Bedingungen mit üblichen Haushaltsgeräten in der Stationsküche gewinnen. Jedoch konnte es durch den unsterilen Zitronensaft zu einer weiteren bakteriellen Belastung damit behandelter Wunden kommen. Nachdem bei der Patientin tatsächlich eine massive Wundheilungsstörung aufgetreten war, nahm der Angeklagte eine zweite Operation (sog. Reoperation) vor und brachte hierbei sowie in der Folgezeit – neben dem Einsatz herkömmlicher Medikamente – mehrfach Zitronensaft in die Wunde ein. Auch jetzt informierte er die Patientin hierüber nicht.

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Prozessverlauf: Das Landgericht Düsseldorf hat die Beschwerdeführerin Prof. Dr. K. sowie den Mitangeklagten Prof. Dr. B. wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zu Geldstrafen verurteilt. Prof. Dr. B. war der Leiter des Instituts für Blutgerinnungswesen und Transfusionsmedizin der Universität Düsseldorf, zu dem eine Blutbank gehörte. Er hat das Urteil nicht angefochten. Dagegen hat Prof. Dr. K., seine Stellvertreterin, Revision eingelegt, mit der sie einen Freispruch vom Tatvorwurf erstrebt.

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